Jugendinfo gegen Rechts


Jugendschutz.net

Die Gründung von Jugendschutz.net geht auf eine Initiative der Obersten Landesjugendbehörden zur Beobachtung des Internet zurück. Ihre Aufgaben ist gewaltverherrlichende, pornografische und rechtsextremistische Websites zu finden und deren Veröffentlichung nach Möglichkeit zu verhindern. Jugendschutz.net klärt auf, was man dagegen machen kann.

Ohne Beschreibung

Jugendschutz.net ist die von den Jugendministerinnen und Jugendministern der Länder gemeinsam eingerichtete staatliche Stelle für die Beachtung des notwendigen Jugendschutzes in den neuen Informations- und Kommunikationsdiensten (Multimedia, Internet). In erster Linie ist sie für Mediendienste, also für Angebote, die sich an die Allgemeinheit richten, zuständig.

Jugendschutz.net ist gegen Zensur. Die Meinungs- und Informationsfreiheit gehört zu den wichtigsten Grundrechten unserer Gesellschaft. Eine Zensur findet nicht statt. Erwachsene können und müssen selbst entscheiden, welche Medienangebote sie nutzen wollen. Jedoch kann der Zugang zu einzelnen Medien auch für Erwachsene erschwert werden, wenn und soweit dies für den Schutz der Jugend erforderlich ist. Dateien, die Kinder oder Jugendliche gefährden könnten, dürfen unter bestimmten Voraussetzungen im Internet nicht frei abrufbar sein. Wollen Erwachsene solche Dateien anschauen, so ist das nur in alterskontrollierten, geschlossenen Benutzergruppen möglich.

Jugendschutz.net setzt auf einen positiven Jugendschutz.
Kinder und Jugendliche sind kompetente Mediennutzer. Vor allem, wenn es um Technik geht, sind sie oft schneller und besser als Eltern und Pädagogen. Auch mit dem "surfen" und "chatten" im Netz kommen sie schnell klar. Der Zugang zu den neuen Informations- und Kommunikationstechniken ist für sie nicht nur sehr spannend, wenn sie etwa mit aller Welt kommunizieren können, sondern er ist für ihre berufliche Zukunft auch wichtig.

Der positive Zugang zu den Online-Medien ist für Kinder und Jugendliche aber nur dann gewährleistet, wenn sie nicht an jeder Ecke über problematische Angebote stolpern. Man kann nicht voraussetzen, dass Kinder mit Darstellungen von Gewalt, Pornographie, Drogenkonsum, etc. ohne weiteres klarkommen. Sie brauchen daher noch Schutz vor Bildern, Texten oder Filmen, die ihnen Angst machen, die sie aggressiv machen oder ihnen sozialschädliche Orientierungen nahelegen.

Auseinandersetzung mit "relevanten Angeboten" :
Für uns als Jugendschutzeinrichtung ist es vor allem wichtig, die Perspektive von Kindern und Jugendlichen einzunehmen und sich auf die Internetangebote zu konzentrieren, auf die Minderjährige gewollt und vor allem ungewollt stoßen. Wir suchen deshalb nicht nur in Suchmaschinen mit typischen Kindersuchbegriffen und auf großen Portalen nach "harmfull Content", sondern bemühen uns besonders um Meldungen von jugendlichen Nutzerinnen und Nutzern sowie aus pädagogischen Einrichtungen.

Die Aufgabe von Jugendschutz.net:
Die Jugendminister aller Bundesländer haben im Sommer 1997 die Gründung von jugendschutz.net beschlossen, um die Durchführung der Jugendschutzbestimmungen nach dem Mediendienste-Staatsvertrag der Länder zu unterstützen. Darin wird festgehalten, dass für Online-Dienste, die sich an die Allgemeinheit richten, vergleichbare Regelungen gelten, wie für andere Massenmedien. Wie auch in Rundfunk und Fernsehen sind gewaltverherrlichende, rassistische oder pornographische Angebote unzulässig. Angebote, die Kinder und Jugendliche in ihrer noch nicht abgeschlossenen Entwicklung gefährden und beeinträchtigen, sollen soweit möglich auf Erwachsene beschränkt werden.

Jugendschutz.net setzt auf Kooperation und Prävention:
jugendschutz.net wird im Netz selbst aktiv, um jugendbeeinträchtigende und -schädigende Angebote zu finden. Um in diesem Sinne problematische Inhalte einzuschränken, soll mit Priorität eine Kooperation mit den Anbietern gesucht werden, um diese zu eigenen Initiativen zu veranlassen. Sie haben die Möglichkeit, Angebote zu sperren, zu verändern oder den Zugang durch geeignete Maßnahmen auf Erwachsene einzuschränken.

Jugendschutz.net will vermeiden, dass die allgemeine Aufmerksamkeit auf jugendschädigende Angebote gelenkt wird, weil dies eher zur weiteren Verbreitung oder zu unbeabsichtigten Werbeeffekten führen kann. Deshalb wird sie auch keine Internetadressen bekannt machen. Sie strebt eine freiwillige Herausnahme oder Veränderung durch diejenigen an, die Inhalte zugänglich machen. Sie bemüht sich darum, zu informieren, inwiefern bestimmte Medienprodukte schädigende Wirkungen auf Kinder und Jugendliche haben können.

Neue Wege im Jugendschutz suchen:
Je mehr die technischen Zugänge zu Medienprodukten vernetzt werden, desto schwieriger wird der Jugendschutz. Totale Kontrolle ist nicht möglich und auch nicht wünschenswert. Andererseits bleibt es wichtig, Kinder und Jugendliche vor solchen Einflüssen zu schützen, die sie noch nicht verarbeiten können oder die ihre Entwicklung beeinträchtigen. Angesichts einer zunehmend von Medien beeinflussten Gesellschaft will Jugendschutz.net gemeinsam mit allen Interessierten vernünftige Wege suchen. Industrie, Staat und Gesellschaft sind im Sinne einer "Kultur der gemeinsamen Verantwortung" aufgefordert, Angebote nicht unreflektiert ins Netz zu stellen, sondern immer auch potenzielle Wirkungen auf Seiten jugendlicher Nutzer zu berücksichtigen.

Förderung von Medienkompetenz:
Im Rahmen von Rechercheprojekten hat man vertiefte Kenntnisse über die Schutzrelevanz von wichtigen Phänomenen im Internet erhalten. Im Jahre 2001 sind in diesem Rahmen im Auftrag des Bundesfamilienministerium ein Leitfaden für Eltern und Pädagogen Ein Netz für Kinder - Surfen ohne Risiko? und eine CD-ROM Rechtsextremismus im Internet - Recherchen, Analysen, pädagogische Modelle entstanden.


Dateianhänge und Downloads


Weitere Artikel zu ähnlichen Themen


Links zum Artikel