Argumente gegen Rechts
- gegen die Aussagen und Behauptungen aus der rechten Szene klare
Gegenargumente formulieren und anbringen.


Die Vorbereitung
In jeder Praxisgruppe wurden sogenannte Gruppensprecher ausgewählt, die sich für die Interessen ihrer Gruppe einsetzen. Diese haben sich dafür stark gemacht, eine Veranstaltung im Bereich Politik zu organisieren. In diesem Zusammenhang wurde eine Fortbildung zum Thema „Projektmanagement“ für die Gruppensprecher organisiert, damit sie die Voraussetzungen für die Organisation einer solchen Veranstaltung erlernen. Auf diesem zweitägigen Seminar, an dem die jungen Menschen in ihrer Freizeit teilnahmen, gab es zuerst eine Phase für eine Teambildung, danach eine Planungsphase. Die genauen Inhalte und die Organisation der Veranstaltung wurden in dieser Phase von den Jugendlichen selbständig geplant. Dabei wurde das Thema „Argumente gegen Rechts“ entwickelt.
Hierbei wurden Fragen zu den geeigneten Räumlichkeiten, zur Ausstattung, zur Ansprache Jugendlicher, zur weiteren Vorgehensweise sowie Einladungen an die Jugendlichen erarbeitet. Der methodische Ablauf der Veranstaltung samt Zuständigkeiten in der Moderation wurde ebenfalls auf dem Seminar erstellt.
Zur weiteren Planung wurden nach dem Seminar einige Termine veranschlagt, an denen die Gruppensprecher sich mit ihrem Leiter getroffen haben, um ihre Fortschritte der Gruppe mitzuteilen und die nächsten Schritte zu besprechen. Diese Treffen erwiesen sich als sehr hilfreich, um den Jugendlichen aufzuzeigen, an welche Details der Veranstaltung noch nicht gedacht wurde und wie man diese Lücken schließt.
Die Veranstaltung
Aus der Planung der jungen Leute ging ein klares Konzept hervor. Sie entwickelten:
- einen Einladungsflyer und ein Anschreiben für die FSJlerInnen und Zivis
- ein interaktives Spiel, bei dem die Zuschauer wahllos einen Stempel aufgedrückt bekamen und sich, jeweils nach „mit Stempel“ und „ohne Stempel“ sortiert, hinsetzen sollten (als Test, ob die Zuschauer den Anweisungen ohne zu fragen folgen)
- eine Ausstellung zum Thema „Geschichtsverfälschung in der DDR“, die aus eigenen Recherchen entstanden ist und bei dem Texte und Bilder in Eigenregie angeordnet wurden
- ein zehnminütiges Video, in dem Menschen auf der Straße mit den Lügen der Nazis konfrontiert wurden und diese spontan widerlegen sollten
- eine Meinungsumfrage, die alle Zuschauer ausfüllten, um daraus Rückschlüsse für den Erfolg der Veranstaltung zu ziehen.
Zusätzlich kümmerten sich die Gruppensprecher eigenständig um die Anmietung einer Räumlichkeit, den Auf- und Abbau am Veranstaltungstag und die gesamte Technik (Beamer, Laptops, Lautsprecher, Mikrofone etc.).
Der Hauptprogrammpunkt war ein Vortrag des Autors Markus Tiedemann. Er hat sich in seinem Buch "In Auschwitz wurde niemand vergast: 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt" sehr intensiv mit der Problematik der Geschichtsverfälschung durch die rechte Szene auseinander gesetzt. Auf der Veranstaltung bearbeitete er die gängigen Argumentationsmuster der modernen Nazis. Ziel war es, gegen die Aussagen und Behauptungen der rechten Szene klare Gegenargumente zu formulieren und anzubringen. So erlangten die Jugendlichen die Qualifikation, im Rahmen einer demokratischen Kultur für die "Strategie der Wortergreifung der Rechten" gewappnet zu sein. Am Ende der Veranstaltung wurden die erlernten Argumente in einem Rollenspiel erprobt.
AdressatInnen / Zielgruppe
Zielgruppe waren Zivildienstleistende und HelferInnen des Freiwilligen Sozialen Jahres und des Injobs U25 im Alter von 17 – 27 Jahren.
Der Initiator
Der Soziale Friedensdienst Bremen e.V. begleitet ca. 170 junge Menschen im Zivildienst und Freiwilligen Sozialen Jahr. Im Rahmen seiner vierzehntägigen Praxisbegleitung werden die FSJlerInnen und Zivis fortgebildet. Sie sind dazu in Arbeitsgruppen eingeteilt, die ihrem Einsatzgebiet entsprechen. Die Qualifizierung im fachlichen Bereich über die jeweiligen Arbeitsfelder wird vom Verein organisiert.
Der Soziale Friedensdienst qualifiziert junge Menschen in ihrem Engagement, sich argumentativ „gegen Rechts“ zu stellen. Unter Anleitung von Markus Tiedemann, Autor des Buches: "In Auschwitz wurde niemand vergast.'. 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt" trainieren Sie Argumentationen „gegen Rechts“ und rechtsextreme Geschichtsverfälschungen
Kontakt
Sozialer Friedensdienst Bremen e.V.
Dammweg 20; 28211 Bremen; Tel 0421 / 342399
Verantwortlich: Andreas Rheinländer; Mail: rheinlaender@sfd-bremen.de


