Jugendinfo gegen Rechts


Jüdische Mitbürger/innen aus der ehemaligen Sowjetunion und ihr Verhältnis zur Polizei

Auseinandersetzung mit Vorurteilen im interkulturellen und interreligiösen Dialog zwischen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Bremens aus der ehemaligen Sowjetunion und Polizeibediensteten des Landes Bremen.

Projektbericht

Projekttitel: Jüdische Mitbürger/innen aus der ehemaligen Sowjetunion und ihr Verhältnis zur Polizei

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Auseinandersetzung mit Vorurteilen im interkulturellen und interreligiösen Dialog zwischen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Bremens aus der ehemaligen Sowjetunion und Polizeibediensteten des Landes Bremen.

Projektträger: Verein zur Förderung der Hochschule für Öffentliche Verwaltung e. V.

Projektverantwortlicher: Dr. Rainer Hoffmann (Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen/Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung)

Projektmitarbeiter: Alexander Bähr (M.A.) (Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen/Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung); Judith Geyer (Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen/Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung)

Kooperationspartner:

Jüdische Gemeinde im Lande Bremen
Junge Gruppe der Gewerkschaft der Polizei Bremen
Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen
Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung

Projektziel:

Das Leitziel des Projektes war es, vertrauensbildende Maßnahmen zwischen Juden aus der ehemaligen Sowjetunion und der Polizei durchzuführen.

 

Der Verein zur Förderung der Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen führte in Zusammenarbeit mit älteren Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Bremen aus der ehemaligen Sowjetunion, der Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen, dem Institut für Polizei und Sicherheitsforschung, Bremer Schülern und Schülerinnen und  der Jungen Gruppe der GDP Bremen (Gewerkschaft der Polizei) ein Projekt im Rahmen des bremischen Landesprogramms „Vielfalt Bremen“ durch.

 

Um das historisch belastete Verhältnis zu verbessern, möglicherweise vorhandene Vorbehalte zu lockern und ein gemeinsames Verständnis füreinander zu entwickeln, kamen ältere jüdische Mitglieder der Jüdischen Gemeinde im Lande Bremen aus der ehemaligen Sowjetunion mit  Mitgliedern der Jungen Gruppe der Gewerkschaft der Polizei Bremen zusammen und sprachen über das historische Verhältnis zwischen Juden und der Polizei – bezogen auf eigene und weitergetragene Erlebnisse in der ehemaligen Sowjetunion. Thematisiert wurde jedoch auch das aktuelle Verhältnis der Gruppen untereinander.

 

 

 

Projektdurchführung:

Um das Projekt umzusetzen, fanden insgesamt drei Begegnungen statt.

 

Erste Begegnung

Am 4. August 2010 fand eine Begegnung zwischen Mitgliedern der Jungen Gruppe der GdP Bremen, zwei jüdischen Mitbürgerinnen aus der ehemaligen Sowjetunion und Liviu Cornea, der  sich um die Sicherheitsbelange der Jüdischen Gemeinde im Lande Bremen kümmert, in der Bremer jüdischen Gemeinde statt.

Nach der mündlichen Einleitung von Dr. Rainer Hoffmann, von der Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen und dem Institut für Polizei und Sicherheitsforschung, folgte eine Vorstellungsrunde unter den teilnehmenden Personen.

Innerhalb des Gespräches wurden unter anderem Fragen thematisiert wie:

                -              Was bedeutete es jüdisch zu sein in der ehemaligen Sowjetunion?

-                     Was waren die Gründe für eine Auswanderung nach Deutschland?

-                     Wie sieht das heutige Verhältnis jüdischer Mitbürger aus der ehemaligen Sowjetunion zur Polizei in Deutschland und in Bremen aus?

-                     Welche Erfahrungen hat die Polizei mit jüdischen Mitbürgern aus der ehemaligen    Sowjetunion gemacht?

-              Welche vertrauensbildenden Maßnahmen seitens der               Polizei wären sinnvoll, um das Verhältnis zwischen jüdischen Mitbürgern aus der ehemaligen Sowjetunion und der Polizei zu verbessern?

In diesem Zusammenhang berichteten die jüdischen Frauen, neben ihren Erlebnissen und Erfahrungen in der ehemaligen Sowjetunion, auch vom heutigen Verhältnis zur Polizei. Die jungen Mitglieder der GdP Bremen schilderten ebenfalls ihre Erfahrungen und es folgte eine interessante und aufklärende Gesprächsrunde.

 

Zweite Begegnung

 

Die nächste Begegnung fand am 7. September 2010 zwischen drei jüdischen Mitbürgern der ehemaligen Sowjetunion, dem jüdischen Polizeibeamten Liviu Cornea, sowie Mitgliedern der Jungen Gruppe der GdP Bremen in der jüdischen Gemeinde in Bremen statt.

 Nach einer Vorstellungsrunde ging es hier unter anderem um Fragen wie:

 

                -              Fühlen sich jüdische Mitbürger aus der ehemaligen Sowjetunion in Bremen sicher?

                -              Wie sieht das Verhältnis zwischen jüdischen Mitbürgern und der Polizei aus?

                -              Benötigt die Jüdische Gemeinde im Lande Bremen
                               Polizeischutz?

Im Laufe der Gesprächsrunde berichteten die jüdischen Männer von ihren Erfahrungen in der Sowjetunion und erzählten über ihre ersten Kontakte mit Polizisten in Deutschland. Weiterhin unterhielten sich die jungen Mitglieder der GdP Bremen, sowie die jüdischen Männer über die Notwendigkeit des Polizeischutzes der Jüdischen Gemeinde im Lande Bremen.

 

Dritte Begegnung

Am 13 Oktober 2010 fand eine weitere Begegnung zwischen Mitgliedern der Jungen Gruppe der GdP Bremen, Liviu Cornea und jüdischen Mitbürgerinnen aus der ehemaligen Sowjetunion in der jüdischen Gemeinde in Bremen statt.

 Auch hier stellten sich die teilnehmenden Personen vor und erzählten von ihren persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen.

In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Fragen angesprochen und diskutiert, wie beispielsweise:

 

                -              Fühlen sich jüdische Mitbürger aus der ehemaligen Sowjetunion in Bremen sicher?

                                         -              Welchen Eindruck haben jüdische Mitbürger aus der ehemaligen Sowjetunion von der Polizei?

-              Was waren die Beweggründe für eine Auswanderung                 nach Deutschland?

                -              Wird die jüdische Religion ausgelebt?

Das Zusammentreffen bot den Mitgliedern der Jungen Gruppe der GdP Bremen die Möglichkeit, den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Fragen zu stellen und mehr über ihr aktuelles Leben, ihre Wünsche und Vorstellungen im Bezug zur Polizei zu erfahren.

Ebenfalls gab es für die Mitglieder der jüdischen Gemeinde die Möglichkeit, die anwesenden Mitglieder der Jungen Gruppe der GdP Bremen zu befragen und ihre Wünsche und Vorstellungen zu erkunden.

Die Begegnungen wurden von beiden Seiten als sehr positiv empfunden und nach dem offiziellen Ende der Begegnungen wurde häufig noch munter weiter debattiert und begrüßt, dass solch ein Austausch öfters erfolgen sollte, damit man ein Einblick in die Sicht- und Denkweise des jeweiligen Anderen erhält.

Die Diskussionen wurden mitgefilmt und zentrale Aspekte transkribiert. Das gesammelte Material wurde analysiert und für die Projekt-DVD zusammengestellt und aufbereitet. Parallel wurde überprüft, welche Inhalte für das Booklet am sinnvollsten sein würden, sie sollten die Projekt-DVD inhaltlich stützten und offen gebliebene Fragen beantworten und einige angesprochene Aspekte vertiefen, und wurden dementsprechend eingearbeitet.

Am Ende konnten eine Projekt-DVD, die lebhaft und authentisch die Gespräche abbildet, mit einer Laufzeit von etwa 1 Std. sowie ein knapp 24-seitiges farbig illustriertes Begleit-Booklet erstellt werden.